22 August 2011
die Stock- Geschichte
Am Morgen in Baamonde, am Samstag, konnte ich meinen Wanderstock nicht finden. Ich musste an diesem Tag schon frueh raus und war mit einer Bulgarin zum gemeinsamen Start verabredet. Wir standen etwas unter Zeitdruck, da die 90 Pilger aus der Herberge in Baamonde fast alle vor hatten in die Herberge mit nur 20 Betten nach Miraz zu gehen. Ich suchte meinen Stock also moeglichst schnell, aber er war nicht mehr an der Stelle, wo ich ihn am Vorabend stehen gelassen hatte. Und auch dort, wo andere Stoecke standen, war er nicht dabei. Ich musste also davon ausgehen, dass ihn jemand anderes schon mitgenommen hatte. Den Hospitalero konnte ich nicht fragen, der schlief wohl noch. Ich bin dann also schweren Herzens ohne Stock los gelaufen. Unterwegs habe ich natuerlich immer Ausschau gehalten, ob jemand meinen Stock hat, aber er tauchte nirgendwo auf. In der Herberge in Miraz habe ich dann spaeter beschlossen nicht aufzugeben und in der Herberge in Baamonde anzurufen, ob er vielleicht doch noch dort lag. Das Problem war, dass ich kein Spanisch spreche. Die Hospitalera in Miraz, eine Englaenderin, behauptete zwar sie spraeche ein wenig Spanisch, mir schien aber, dass die Spanierin, der sie meine Situation erklaerte, nicht allzu viel verstand. Irgendwie ist dann aber mit Haenden und Fuessen deutlich geworden worum es mir ging und die Spanierin versuchte in Baamonde anzurufen. Die klappte zunaechst nicht, aber spaeter versuchte dann ein Freund von ihr Baamonde zu erreichen und konnte Kontakt herstellen (Miraz ist ein ziemliches Dorf, dort gibt es auch nicht immer Handynetz). Nachdem der Spanier, ich glaube Carlos hiess er, dann dem Hospitalero in Baamonde meinen Stock beschrieben hatte, hat dieser sich dort auf die Suche gemacht. Am Abend rief er dann irgendwann zurueck, er hatte den Stock scheinbar gefunden. Jetzt musste das Stueck Holz also nur noch zu mir nach Miraz gelangen. Der Herbergsvater in Baamonde schlug vor ihn in ein Taxi zu setzen, aber das waere doch sehr teuer geworden. Carlos versuchte dann ihm zu erklaeren, dass er ja vielleicht versuchen koennte jemanden zu finden, der am naechsten Tag nicht nur bis Miraz, sondern eine Herberge weiter bis nach Sobrado dos Monxes laeuft. Ich wusste nicht, ob dies gelungen war. Erst als ich gestern dann im Kloster in Sobrado ankam und die spanische Truppe um Carlos wiedertraf, erfuhr ich, dass mein Stock auf dem Weg sei und spaeter hier ankaeme. Ich habe dann schonmal einen Kuchen als Dankeschoen im Dorfladen einpacken lassen und spaeter auch wirklich die drei getroffen, die den Stock zusammen nach Sobrado transportiert hatten. Lustigerweise war darunter eine Deutsche, die ich bereits vom Weg vorher kannte. Ich hatte sie damals nach Avliés kurz kennengelernt. Jetzt habe ich meinen sehr lieb gewonnenen Stock also wieder und habe auch direkt begonnen Weiteres hinein zu schnitzen. Ich lasse ihn jetzt nicht mehr aus den Augen ;-) :-)
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